Ein Inflationsausgleich von 150,00 Euro für jeden Rentner.......

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A L T E R S V O S O R G E

Tolles Ergebnis

Die RIESTER-RENTE nutzt vor allem der VERSICHERUNGSBRANCHE – für die VERSICHERTEN rechnet sie sich oft nicht : DIE RENDITEN VIELER PRODUKTE SIND SEHR DÜRFTIG.

Lena H. erfreut sich bester Gesundheit. Dass sie 104 Jahre alt wird, kann sie sich dennoch nicht vorstellen- ihr VERSICHERER traut ihr das biblische Alter aber offenbar zu. Zumindest soll es so lange dauern, bis die 31-Jährige bei ihrer RIESTER-RENTE das eingezahlte Kapital wieder raushat. Das hat sich H. anhand ihrer jährlichen Informationsbriefe ausgerechnet. Absurd sei das, sagt Lena H., die eigentlich eine ausdrückliche Anhängerin der RIESTER- Idee ist.

Riester – Idee besteht nun 10 Jahre. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und sein damaliger Arbeitsminister Walter Riester wollten diese Rentenversicherung durch ein System der privaten , aber staatlich geförderten Vorsorge ergänzen, um die Menschen im Alter besser abzusichern. Wenn es dabei geblieben wäre, dann wäre das ja auch eine gute Sache für die Altersvorsorge. Leider ist es nicht so.

Die Riester-Rente ist toll aber vor allem für die Versicherungsbranche. Für uns als Riester-Kunde, Versicherungsnehmer, und den Staat sieht die Rechnung ganz anders aus. „ Die Riester-Rente ist oft Verschwendung von Steuergeldern“ , lautet das Fazit von Axel Kleinlein, Versicherungsmathematiker und Chef des Bundes der Versicherten.

Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung hat Herr Kleinlein verschiedene Modellfälle berechnet und gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Bilanz gezogen.

Das Ergebnis der Analysen  ist ernüchternd.

„ Riester-Sparer werden in vielen Fällen nur so viel Rendite erzielen, als hätten sie ihr Kapital im SPARSTRUMPF gesammelt“, sagt DIW-Wissenschaftlerin Kornelia Hagen.

Eine 35-jährige Frau etwa, die zwei Kinder hat und 2011 einen Riester-Vertrag abschließt, muss den Kalkulationen zufolge erst einmal 85 oder älter werden, bis sie das eingesetzte Kapital mit halbwegs vernünftigen 2,5 Prozent Zinsen heraushat. Es setzt aber eine gleichbleibende Versicherungsleistungen inklusive Überschusszahlungen voraus. Sollten die Assekuranzen in die Krise geraten und nur noch die über den Garantiezins gesicherten Mindestzahlungen leisten, müsste die Frau mindestens 109 Jahre alt werden.

Riester-Erfinder verweist natürlich auf die hohen staatlichen Zulagen hin.  Erwachsenen haben Anspruch auf 154 Euro Förderung pro Jahr, jedes Kind bedeutet weitere 185 Euro und für Kinder seit 2008 geborene sogar bis zu 300 Euro. Arbeitsminister Riester  a. D. präsentiert gerne Rechnungen wie diese. Eine Familie mit zwei Kindern, die über ein Jahreseinkommen von 20 000 Euro verfügt, habe einen Eigenbeitrag von 122 Euro Anrecht auf mindestens 678 Euro Riester-Zuschuss.

Doch die großzügig gewährte Staatsgelder alimentieren eine Industrie, die jede Menge schlechte Produkte anbietet, moniert Kritiker Kleinlein. Viele Kunden lassen sich vom staatlichen Riester-Stempel locken. „ Da kann so viel nicht schiefgehen“ , dachte sich auch Riestersparerin H.,  als ein Berater ihr und ihrem Mann ein fondgebundenes Produkt empfahl. Und das ist das schlimme an diese Riester-Policen.

Als die ersten Abrechnungen kamen, war Frau H. entsetzt : In manchen Jahren wurden dem Ehepaar insgesamt 1200 Euro an Kosten berechnet. „Selbst mit zwei Kindern lohnt sich das nicht“, sagt Frau H. Also Kosten pro Monat in Höhe von 100 Euro.

20 Prozent der gesamten Sparsumme oder sogar mehr werden bei manchen Riester-Verträgen als Kosten veranschlagt. Mit Zinseszinsen fresse das unter Umständen die Hälfte der möglichen Rente auf, erklärt sogar Berater Niels Nauhauser.

Riester sagt, der Verbraucher müsse sich schlau machen. Das ist aber leichter gesagt als getan. Jährlich werden Hunderte Millionen Euro an Staatszulagen nicht abgerufen- oft aus purer Unwissenheit. Ist dies so gewollt ?

Kleinlein jedoch ist überzeugt, dass selbst die häufig empfohlene  Riester-Banksparpläne in Zukunft unattraktiver werden. Denn die Anbieter müssen für die Lebenszeit nach dem 85. Lebensjahr eine Extra-Versicherung für ihre Kunden abschließen, die für die Zeit danach die regelmäßige Rente übernimmt.  Und obendrauf noch eins.

Riester-Sparer, die heute 35 sind, müssten damit rechnen, dass für diese Versicherung bis zu 40 Prozent ihres Geldes zurückgehalten wird, warnt Kleinlein. Und noch ein Tipp.

Sollten die Riester-Sparer nicht zufrieden sein, niemals kündigen, sondern stilllegen. Also diesen Vertrag  Beitragsfrei stellen. Das heißt, man zahlt keine Beiträge mehr ein und behält zumindest die Zulagen für die Zeit , in der gespart wurde.

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